Direkt zum Inhalt

Schulhunde

Konzept Schulhund
an der Gönser-Grund-Schule

Inhalt
1. Theorie über hundegestützte Pädagogik
2. Vorteile der hundegestützten Pädagogik
3. Vorstellung Hanya und Ilvy
4. Rahmenbedingungen im Schulalltag
5. Die Hunde in der Schulpraxis
a) Einsatz am Vormittag (Unterricht)
b) Einsatz am Nachmittag (Arbeitsgemeinschaft)
6. Dokumentation
7. Literatur

1. Theorie über hundegestützte Pädagogik

„Laut Duden beschreibt Pädagogik die „Theorie und Praxis der Erziehung und Bildung“(Duden 2007, S. 747). Als Erzieher und Lehrer unterstützen Pädagogen durch Bildung und Erziehung die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Basierend auf diesem Verständnis von Pädagogik wird mit dem Begriff >hundegestützte Pädagogik< der systematische Einsatz von ausgebildeten Hunden in der Schule zur Verbesserung der Lernatmosphäre und individuellen Leistungsfähigkeit sowie des Sozialverhaltens der Schüler bezeichnet. Als Co-Pädagoge unterstützt der Hund dabei den Lehrer/Erzieher bei dessen Erziehungs- und Bildungsauftrag.“ (Heyer/Kloake 2013, S. 17) „Der Begriff >Schulhund< bezeichnet … einen speziell ausgebildeten Hund, der zur Unterstützung pädagogischer Prozesse aktiv und regelmäßig von Pädagogen in den Unterricht integriert wird.“ (Heyer, Kloake 2013, S. 18)
Ein Schulhund muss auf seinen Einsatz vorbereitet werden und bestimmte charakterliche Voraussetzungen nach Andrea Beetz (Hunde im Schulalltag) mitbringen:

  • ruhiges und freundliches Wesen
  • am Menschen orientiert und interessiert
  • absolut verträglich mit Kindern
  • geringe aggressive Ausstrahlung und Aggressionsbereitschaft
  • kein Herdenschutztrieb
  • Gehorsam
  • geringe Stress- und Geräuschempfindlichkeit
  • selbstsicher und aufgeschlossen

Schulhunde können nach Andrea Beetz (Hunde im Schulalltag) in drei grundlegenden Formen eingesetzt werden:

a) Präsenz-Kontakt: Der Hund ist im Klassenraum anwesend. Die Verbesserung der Entspannung und des Sozialverhaltens der Schüler sowie der Atmosphäre in der Klasse ist das vorrangige Ziel.

b) Aktive Beteiligung: Der Hund ist aktiv in den Unterricht eingebunden, z. B. beim Verteilen von Arbeitsmaterialien. Die Steigerung der Motivation und Freude am Regelunterricht ist hier das vorrangige Ziel.

c) Direkte Arbeit mit dem Hund: Schüler geben dem Hund Kommandos, gehen mit ihm spazieren oder durchlaufen mit ihm einen Parcours. Das Ziel ist die Selbstwahrnehmung und die Impulskontrolle der Schüler zu trainieren.

2. Vorteile der hundegestützten Pädagogik

Nach Andrea Beetz (Hunde im Schulalltag) gibt es drei Wirkfaktoren von Schulhunden, die sich auf Schüler und Lehrkraft, die Klassengemeinschaft und das Klassenklima auswirken: psychische und physische Stressreduktion, Förderung positiver sozialer Interaktion und Beziehungen, Förderung einer guten Lern-Atmosphäre.
Der Einsatz eines Schulhundes kann sich positiv auf das Selbstwertgefühl auswirken, da ein Hund jedem Menschen unvoreingenommen begegnet. Er fordert nicht, er erzählt nichts weiter, er bewertet nicht. Der Schulhund beeinflusst das Sozialverhalten der Schüler positiv. Die Kinder gehen lieber in die Schule, die Motivation und Konzentration wird erhöht. Im Umgang mit dem Hund lernen die Kinder Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen.

3. Vorstellung Hanya und Ilvy

Die Rauhaardackelhündin Hanya wurde am 16.08.2012 geboren. Sie wurde bis zum Ende der 10. Lebenswoche in einer in die Züchterfamilie eingebundenen Zucht von ihrer Mutter, ihrer Oma und ihren 8 Geschwistern erzogen. Die Besitzerin Mirjam Bödeker hat sie in dieser Zeit oft mit ihren eigenen zum damaligen Zeitpunkt Kindern im Grundschulalter besucht.
Hanya zeigt keinerlei aggressives Verhalten, ist absolut verträglich mit Kindern und zeigt eine geringe Stress- und Geräuschempfindlichkeit. Ihr Gehorsam ist sehr gut ausgebildet und sie ist ein eher zurückhaltender Hund.
Die Rauhaardackelhündin Ilvy wurde am 11.06.2015 geboren. Sie stammt aus derselben Zucht wie Hanya und wurde ebenso beim Züchter sehr oft von der Familie Bödeker besucht. Auch sie kam mit 10 Wochen zur jetzigen Besitzerin Mirjam Bödeker.
Ilvy zeigt keinerlei aggressives Verhalten, ist absolut verträglich mit Kindern und zeigt eine geringe Stress- und Geräuschempfindlichkeit. Ihr Gehorsam ist gut und sie ist ein selbstbewusster Hund.
Beide Hunde haben eine enge Bindung zur Besitzerin.

4. Rahmenbedingungen im Schulalltag

Die Haftpflichtversicherung und das zuständige Schulamt sind informiert. Es kann jederzeit Einsicht in die Impfpässe und Entwurmungsprotokolle der Hunde genommen werden. Die Einverständniserklärung von allen Eltern, deren Kinder mit den Schulhunden in Berührung kommen, liegt vor. In den Klassenräumen befinden sich Seifenspender und Papierhandtücher.

Hygieneplan

a) Einleitung: Die Schulhunde Hanya und Ilvy werden zur hundegestützten Pädagogik an der Gönser-Grund-Schule eingesetzt. Der Hygieneplan hat das Ziel, eine mögliche Infektionsübertragung auf den Menschen und umgekehrt zu minimieren.

b) Ansprechpartner: Mirjam Bödeker, Tel.: 06403/9723450

c) Rechtsgrundlagen sind §36 Infektionsschutzgesetz, BGV C8 (UVV Gesundheitsdienst) und §41 und §48 Allgemeine Schulordnung.

d) Dokumentation zu den Tieren: Hanya und Ilvy durchlaufen seit Juni 2016 bis Ende Juni 2017 eine Schulhundteamausbildung, die nach §65 Hessisches Lehrerbildungsgesetz akkreditiert wurde. Die Hunde sind beide sehr menschenbezogen und aggressionslos.
Folgende Unterlagen der Schulhunde können stets eingesehen werden:
Tierärztliches Gesundheitsattest, Impfausweis, Entwurmungsprotokoll, Versicherungsnachweis.

e) Zugangsbeschränkung: Die Hunde erhalten keinen Zugang zu Schulküche und Sporthalle. Der Kontakt mit Schülern mit bekannter Hundeallergie wird vermieden.

f) Anforderungen an die Tierpflege: Der Hunde sind privat in die Familie von Frau Bödeker integriert. Sie leben dort im Haus und werden artgerecht versorgt.

g) Reinigung: Die Anwesenheit der Hunde führt zur keiner Änderung des üblichen Reinigungszyklus. Es wird aber verstärkt darauf geachtet, dass die Hände regelmäßig vor der Einnahme von Nahrung gründlich mit Reinigungsmitteln gesäubert werden.

5. Die Hunde in der Schulpraxis

a) Einsatz am Vormittag (Unterricht)
Vor dem ersten Einsatz werden die Regeln für den Umgang mit den Schulhunden Hanya und Ilvy erarbeitet und eingeübt. Dabei gilt die höchste Priorität dem Schutz der Schüler und der Hunde.
Hanya und Ilvy begleiten ausschließlich ihre Halterin Frau Bödeker als Klassenbegleithunde. Sie nehmen am Klassenunterricht der Klassen teil, in denen Frau Bödeker unterrichtet. Beide Hunde dürfen sich zu bestimmten Zeiten frei im Klassenraum bewegen. Sie haben aber einen festen Platz, auf den sie sich zurückziehen können. Die Schüler dürfen die Hunde streicheln, wenn sie zu ihnen kommen. Die Hunde tragen durch ihre Anwesenheit dazu bei, dass die Schüler lieber zur Schule kommen und ruhiger und konzentrierter arbeiten. Außerdem achten die Schüler während der Anwesenheit von Hanya und Ilvy besser auf Ordnung und Sauberkeit.
Eine festgelegte Gruppe von Schülern ist dafür verantwortlich, dass der Wassernapf gefüllt ist und der Sitzsack an seinem Platz liegt. Außerdem dürfen sie in der Pause mit Frau Bödeker und den Hunden spazieren gehen. Hierbei lernen die Schüler, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen und Rücksicht auf seine Bedürfnisse zu nehmen.
Manchmal werden die Hunde in Mathematikspielen eingesetzt. Die Schüler sollen hier zum einen Kopfrechnen üben und zum anderen üben, die Hunde ruhig zu sich zu rufen und sie für ihren Gehorsam mit einem Leckerli zu belohnen.

b) Einsatz am Nachmittag (Arbeitsgemeinschaft)
Auch hier werden vor dem ersten Einsatz die Regeln für den Umgang mit den Schulhunden Hanya und Ilvy erarbeitet und eingeübt. Dabei gilt die höchste Priorität dem Schutz der Schüler und der Hunde. An der Arbeitsgemeinschaft nehmen hauptsächlich Schüler teil, die im Klassenunterricht keinen Kontakt mit Hanya und Ilvy haben.
Die AG findet einmal wöchentlich von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr statt. Hier geht es um Theorie und Praxis rund um den Hund. In der Schulhund-AG werden mit Hanya und Ilvy Spaziergänge unternommen und mit ihnen gespielt. Außerdem wird in Rätseln und Aufgaben Spannendes über die Sprache des Hundes erfahren. Die Schüler lernen, sein Verhalten besser einzuschätzen und finden heraus, was sie mit den Hunden tun können und was sie nicht dürfen. Am Ende des Halbjahres wissen die Schüler schließlich genau, wie sie mit bekannten und fremden Hunden sicher umgehen.

6. Dokumentation

Tierärztliches Gesundheitsattest, Impfausweis, Entwurmungsprotokoll und Versicherungsnachweis können bei Frau Bödeker eingesehen werden. Die Einverständniserklärungen der Eltern befinden sich in den Akten der Schüler.
Die Einsätze der Schulhunde werden im Klassenbuch dokumentiert.

Kirch-Göns, den 18.03.2017 gez. Mirjam Bödeker

7. Literatur und Internetquellen

  • Beetz, Andrea: Hunde im Schulalltag. Grundlagen und Praxis, Ernst
    Reinhardt Verlag, 2013

  • Heyer, Meike und Kloke, Nora. Eine Praxisanleitung zur hundegestützten Pädagogik im Klassenzimmer, Kynos Verlag, 2013

  • www.schulhundweb.de

8. Zertifikat über die Schulhundausbildung

Schulhundzertifikat1

Schulhundzertifikat2

Einige Funktionen dieser Webseite verwenden Cookies, mit der Verwendung der Seite stimmen Sie dem zu.OK